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Kurzbeschreibung

I wia da wos dazöhn von der longan Öhn von da kurzn Wochn bot da Voda a Fadi ogstochn hots grupft hots grapft hot d' Boaschtn vakaft hods Gdd vasoffn und is midn Hemad hoamgschloffn (Luise Drach)



Der Lebensraum: es ist ein schönes Land

Im Nordwesten Niederösterreichs, gegen Böhmen zu, liegt das Hochland zwischen Lainsitz und Thaya. Es ist ein kleiner Teil eines kleinen Teiles Österreichs. Die Gegend liegt abseits großer Städte, neuerdings gern „Ballungsräume" genannt, und entgeht noch gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts weitgehend den oberflächlichen Augen sensationslüsterner Touristen (vielmals sei's gedankt übrigens). Wer dieses Land überhaupt wahrnimmt und eventuell genauer betrachtet, kann wenig Spektakuläres aber vielerlei Romantisches, manch Rätselhaftes und allerlei Wertvolles entdecken.

Wird das Waldviertel und seine Bewohner an und für sich von den Großstädtern als entlegen und seine Menschen als hinterwäldlerisch gesehen, so gilt diese Einschätzung für den nordwestlichsten Teil, um den sich unsere Schilderung dreht, umso deutlicher. Meist wirft man die Gegend und ihre Menschen als Ganzes in einen nicht besonders rühmlichen Eintopf von Vorurteilen. Gerade dieser nordwestlichste Teil jener Hochfläche, um deren Menschen es im Folgenden geht, bildet innerhalb des Ganzen – sprich Waldviertel – eine eigentümliche Einheit. Das Viertel ober dem Manhartsberg als Ganzes mag zwar geographisch und geologisch gewisse Konformitäten aufweisen, kulturell verlaufen viele Trennlinien mitten durch, existieren viele kleinräumige Besonderheiten. Eine davon ist eben der nordwestliche Teil, großteils dem politischen Bezirk Gmünd ident. Diese Gegend stellt, wie gesagt, eine solche Zelle mit gewissen natürlichen, vor allem aber kulturellen Gemeinsamkeiten dar.

Die Berge dieses Teiles zum Beispiel: ihre Dimensionen nehmen sich bescheiden aus, zumal sie der Hochfläche entwachsen, die selbst fast fünfhundert Meter über dem Meer liegt. Die höchsten Erhebungen messen nicht einmal tausendundeinhundert Meter: der Tischberg und der Eichelberg etwa mit ihren romantischen Nadelwäldern; gehören sie zum Böhmerwald oder zum Höhenrücken des Weinsbergerwaldes, der hier in einem großen Bogen gegen Norden hin endet?

In diesem südlichen Teil der Gegend, die wir beschreiben wollen, gab es einst einige große Moore. Die „Große Heide", drei Kilometer südlich von Karlstift, maß immerhin rund 59 Hektar, lag fast neunhundert Meter hoch und hatte eine Tiefe von acht und mehr Meter. Die Herrschaft Pertholz versuchte um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts dort – mit mäßigem Erfolg – Brenntorf für das Brauhaus von Großpertholz zu gewinnen. Es blieb bei Versuchen. Bereits zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts, als der große Schwemmkanai zur Donau hin gebaut wurde, verschwanden einige Moore und wurden mit der Fichte aufgeforstet. Rund um Karlstift lagen auch andere, kleinere Moore: die Waldlau, oberhalb des Liebenauer Weges, ein Kilometer östlich der großen Heide; die Kranerwettau, immerhin beinahe zehn Hektar groß, auf dem Weg vom Muckenreich zur Lattenwegau; die Kampau gegen Oberösterreich zu; die Kapellerau auf der Kohlstatt in tausend Meter Höhe gelegen; das Wirtsreit im Quellgebiet des Rotbaches, gegen Brennerhof (sie), Rindiberg und Angelbach zu, auch hier wurde einst Torf abgebaut.

Nach Norden hin, in die Gegend der Stadt Weitra, finden wir keine größeren Erhebungen mehr. Nebel- und Mandelstein ragen noch aus der stark bewaldeten Landschaft heraus. Dann erkennt man gegen Nordwesten hin die weite Ebene der Südböhmischen Seenplatte. Wer diese prächtige Aussicht ins Böhmerland genießen will, muß bei geeigneter Witterung den Fußweg zum Mandelstein hinaufgehen, wo gegen Westen zu das Hochland des Waldviertels jäh gegen die weite Ebene Südböhmens abbricht.

Eine kleine Zunge dieses ehemaligen Süßwassersees ragt bei dem Städtchen Gmünd ins österreichische Waldviertel hinein. Vom Höhenrücken des Wallers zwischen Eichberg und Altweitra blickt man weit in diese Ebene des Gmünder Beckens hinein. Außerdem bietet sich hier dem Betrachter, wenn er sich nur um 180 Grad dreht, eine beeindruckende Aussicht auf das Lainsitztal, auf das Schloß Weitra und auf die bewaldeten Höhen des Wachtberges, Nebelsteines und des Mandelsteines.