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Kurzbeschreibung

[Katalogred.: Peter Assmann ...]


Die Herausforderung war genauso groß wie die Versuchung, als sich der Oberösterreichische Kunstverein an die Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum wandte, um mit dem Hinweis auf das 150-Jahr-Jubiläum seines Bestehens eine Jubiläumsausstellung im Museum anzuregen: Einerseits die naheliegende Versuchung aus diesem Jubiläumsanlass heraus, eine Jubiläumsausstellung zu konzipieren, wie sie bereits bei früheren Jubiläen präsentiert wurde – so etwa vor 10 Jahren anlässlich des hundertvierzigsten Bestehens des Oberösterreichischen Kunstvereins. Eine Ausstellung also, die mehr oder weniger alle derzeit im Oberösterreichischen Kunstverein vertretenen Künstlerpersönlichkeiten mit einem charakteristischen Werk zusammen gefasst hätte – eventuell verbunden mit dem Hinweis auf wichtige schon verstorbene Künstlermitglieder.

Genauso groß war jedoch die Herausforderung, hier einen neuen Ansatz zu erproben und eine differenzierte Herangehensweise an eine Jubiläumsausstellung einer Künstlervereinigung vorzustellen: Keine externe Jury sollte die Vereinsmitglieder bzw. ihre Werke auswählen, auch kein Kurator seine persönliche Auswahl treffen. Wesentlich erschien der Grundgedanke einer gemeinsamen Entwicklung, eines gemeinsamen Herangehens an diese Jubiläumsausstellung. Alle Mitglieder des Kunstvereins waren eingeladen, gemeinsam mit dem Team der Landesgalerie ein Konzept für dieses Ausstellungsprojekt zu erarbeiten. Nach vielen Diskussionen entstand die vorliegende Ausstellung mit dem Titel „Beziehungsfelder“ – weniger ein abschließendes Ausstellungsprojekt als vielmehr die Zusammenfassung aktueller künstlerischer Prozesse. Alle Künstlermitglieder des Oberösterreichischen Kunstvereins, in der Vielfalt ihrer Werkpositionen, wurden eingeladen, eine persönliche Projektidee in das Gesamtprojekt einzubringen.

Diese künstlerische Stellungnahme sollte sich am Thema „Beziehungsfelder“ orientieren, sollte also sehr konkret ein persönliches künstlerisches Beziehungsfeld vorstellen. So vielgestaltig sich das individuelle Kunstwollen der einzelnen Mitglieder im Oberösterreichischen Kunstverein darstellt, so individuell waren auch diese Ideen, wobei sich allerdings immer deutlicher eine Tendenz zur Suche nach interessanten Künstlerpartnern abzeichnete. Jeder Teilnehmer formulierte ein künstlerisches Statement und gab damit auch einen Hinweis auf einen entsprechenden Kontext der persönlichen Aufmerksamkeit. Das Projekt erzwang bei jeder Position das eigene Bezugsfeld zu fokussieren und signifikant zu vermitteln.

Das vorliegende Buch versucht, der Struktur des Projektes und seiner Genese zu entsprechen und theoretische Annäherungen mit Selbstaussagen der vertretenen Positionen sowie zur Verfügung gestellten Materialien collageartig zu verflechten. Die Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum dankt dem Oberösterreichischen Kunstverein und seinen Mitgliedern, die mit der Ausstellung „Beziehungsfelder“ verbundene Herausforderung angenommen zu haben.

(Peter Assmann, Martin Hochleitner)