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Kurzbeschreibung

Jede der hier versammelten Geschichten gibt Einblick in eine andere Welt, in unterschiedlichste persönliche Lebenslagen und gesellschaftliche Situationen. Das menschliche Schicksal steht jeweils im Zentrum, porträtiert mit scharfsichtigem Humor und viel Liebe für die einzelnen Figuren.

Marion Jerschowa verliert dabei nie die Zusammenhänge aus dem Blick, politische und soziale Gegebenheiten bleiben als Hintergrund stets präsent. Oftmals auch mit beißender Ironie schildert sie große und kleine Katastrophen, Neuanfänge, enttäuschte Hoffnungen und selbstverschuldete Grenzerfahrungen.



Rezensionen
Der literarische Zaunkönig: Geschichten vom Ende der Gemütlichkeit

Die Autorin, die Slawistik studierte und mit einer Arbeit über "Rilke in Russland" dissertierte, hat schon mit Romanen, Erzählungen, Gedichtbänden und Übersetzungen auf sich aufmerksam gemacht. Dieses neue Buch sollte jeder Literaturfreund lesen, der Freude an skurrilen Begebenheiten, an zeitkritischem Sarkasmus und an der dennoch überaus liebevollen Schilderung von Menschen in Ausnahmesituationen hat.

Mit scharfem Blick für die kleinen und großen Unzulänglichkeiten unserer modernen Lebenswelt und mit spürbarer Sympathie für die Menschen, die damit nicht gut zurande kommen, konstruiert Marion Jerschowa Geschichten, die - jede für sich - spannend, originell und psychologisch überzeugend zu einem unerwarteten Ende, einer überraschenden Pointe führen.

Ob der Versuch einer Gastarbeiterin, sich ihrer Existenz als quasi fremdgesteuerte Maschine zu entziehen, oder die Strategie des Personals eines Kurhotels, eine "feindliche Übernahme" zu verhindern; ob der virtuelle Flirt mit einer (fiktiven?) Internet-Korrespondenzfreundin oder die von einer reizenden Autostopperin fast ausgelöste Bergtragödie; ob die Unmöglichkeit der Produktion eines fehlerfreien Kalenders oder die Wandlung eines Buch-begeisterten Kulturtraditionalisten - all diese Themen werden mit vorbildlicher sprachlicher Gewandtheit und hintergründigem Humor so gut aufbereitet, dass die mit dem geschilderten Geschehen oft verbundene menschliche Tragik umso eindringlicher miterlebbar wird.

(Rezension in: Der literarische Zaunkönig #1/2014)