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Kurzbeschreibung

Seit 1999 gibt es in der katholischen Pfarre Graz St. Andrä eine bewußt gelebte Gastfreundschaft für zeitgenössische Kunst und Kultur. Konflikte und positive Überraschungsmomente waren damit an der Tagesordnung.

Neben einer Vielzahl von temporären Kunstinterventionen sind im Laufe der Jahre auch zahlreiche in der Andrä-Kirche verbleibende Kunstobjekte entstanden. Viele der bedeutendsten österreichischen KünstlerInnen sind mit repräsentativen Auftragswerken vertreten. Das vorliegende Buch bietet eine umfassende Dokumentation von ANDRÄ KUNST und eine kunsthistorische Aufarbeitung eines der aufregendsten Experimente im Dialogfeld von Kunst und Kirche.


Der Herausgeber, Hermann Glettler, ist seit 1999 nicht nur Pfarrer von Graz St. Andrä, sondern auch der Kurator des von ihm initiierten Projekts ANDRÄ KUNST.

Vertretene KünstlerInnen: Josef Danner, Veronika Dreier, Christian Eisenberger, Manfred Erjautz, Fedo Ertl, G.R.A.M., Michael Gumhold, Katharina Heinrich, ILA, Henry Jesionka, Johanna Kandl, Karl Karner, Herwig Kempinger, Michael Kienzer, Walter Köstenbauer, Ronald Kodritsch, Branko Lenart, Flora Neuwirth, Werner Reiterer, RESANITA, Valentin Ruhry, Peter Sandbichler, Debora Sengl, Thomas Stimm, Gustav Troger, Lois Weinberger, Markus Wilfling, Otto Zitko, zweintopf u.v.m.

Mit Text-Beiträgen von Friedrich Bouvier, Katrin Bucher Trantow, Rainer Bucher, Rainer Fuchs, Hermann Glettler, Roman Grabner, Birgit Kulterer, Gerhard Larcher, Margarete Makovec und Anton Lederer, David Rastas, Johannes Rauchenberger, Alois Ruhri



Rezensionen
Gertraud Schaller-Pressler:

Mit Blumenskulpturen von Thomas Stimm hat alles begonnen: Denn seit der österreichische Bildhauer 1999 Pfarrer MMag. Hermann Glettler gebeten hatte, farbig gefasste Betonblumen in der Andrä Kirche ausstellen zu dürfen, blühte die "ANDRÄ KUNST" auf. Glettler - Theologe, Kunsthistoriker und selbst Künstler - öffnete fortan die Kirche für zeitgenössische Kunst und Irritationen unterschiedlicher Art.

Dabei wechseln laute und grelle mit leisen und verhaltenen Arbeiten ab: springt etwa links in der Andreaskapelle die hitzig-impulsive Raumzeichnung von Otto Zitko ins Auge, die in orange-lodernden Farben an den brennenden Dornbusch oder das vom Himmel fallende Pfingstfeuer erinnert, entdeckt man rechts auf den zweiten Blick jene Glastür, die Markus Wilfing hoch oben ins Fenster eingefügt hat, und die für ein geistiges Öffnen und Sich-Verschließen steht. Laut Glettler ist die Kirche "der natürliche Umschlagplatz für alle Fragen, die die menschliche Existenz betreffen".

Welche Antworten die temporären wie dauerhaften Kunstwerke zu geben versuchten, dokumentiert dieser beeindruckende Bildband. Kürzlich hielt ein weiteres Werk Einzug: ein verspiegeltes Kreuz von Gustav Troger, das - wie die Uhrzeiger bei "fünf vor zwölf" - über dem Hochaltar angebracht ist und versinnbildlicht, dass Jesus am Kreuz wie ein riesiger Magnet alle Scherben dieser Welt an sich zieht und das Gebrochene heilt.

(Gertraud Schaller-Pressler, Rezension in: steirische berichte. Zeitschrift für Erwachsenenbildung und Kulturarbeit #2/2014, S. 55)