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Kurzbeschreibung

Erzählt von Fritz Lichtenauer und gemalt und gezeichnet von Angelika Kaufmann


Rezensionen
G A: Das alpine Kamel

Unbekanntes Objekt auf der Alm: Wie fühlt sich ein Trampeltier im Schneerevier?

Daß Ali eigentlich nicht auf die Alm gehört, sagt einem schon sein Name. Auch wenn es sich bei Ali nicht um einen Zwei-, sondern um einen Vierbeiner handelt. Ali ist nämlich "ein Kamel und wird auch Trampeltier oder Wüstenschiff genannt". Als Ali an einem Frühlingsmorgen hinter einem Bergrücken auftaucht, erregt er beim Schwarzspecht höchste Aufregung: "Achtung! Achtung! Unbekanntes Objekt nähert sich! Vorsicht geboten!" Die anderen Tiere halten die eigenartigen Höcker zuerst für einen fahrenden Berg oder einen beweglichen Hochstand. Und auch als sich Ali vorstellt, bleiben die Tiere vorsichtig – bei Fremden weiß man ja nie… Außerdem hat man ein Revier zu verteidigen.

Doch bald merken die Tiere, daß Ali nicht gefährlich ist, und sie haben schließlich Mitleid mit ihm, weil er sich einsam fühlt, weil er in einem Tiergarten auf die Welt gekommen ist. Bald schon kann sich Ali nicht mehr über mangelnde Aufmerksamkeit beschweren: Kinder reiten auf ihm, Touristen fotografieren ihn, und die Tiere sind seine Freunde geworden. Als der erste Schnee naht und es für Ali Abschied nehmen heißt, zeigen die Tiere, daß sie richtig international geworden sind: Da heißt es "Adios", "Ciao", "Pfiat euch" und "Bye bye". Ein schön gemachtes Buch, eine Fabel gegen "Ausländerfeindlichkeit" – und unterhaltsam zu lesen.

(G. A., Buchwelt 6/1995, S. 54.)