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Kurzbeschreibung

Wo liegt denn Admont, hört man manchmal fragen, und selbst die Antwort: ›mitten in den Bergen, mitten in Österreich, mit mächtigem Benediktinerstift‹ scheint den Fragesteller nicht zufriedenzustellen. Von der Barockbibliothek dort hat man allerdings gehört. Einige Geheimnisse dieses größten Klosterbibliotheksaals der Welt lüftet dieses Buch. Abscondita ist übrigens keine neue Schlangenart, sondern das Verborgene, Verwahrte, von dem die Autoren etwas aufgestöbert haben.


Rezensionen
Totentanz aktuell:

«Admont abscondita» ist ein ungewöhnlicher Ti­tel für ein außergewöhnliches Buch, zugleich Begleitband zur Ausstellung Fokus Bibliothek - Focus Library, die noch bis 9. November im Museum für Gegenwartskunst des Benedik­tinerklosters Admont in der Steiermark läuft.

Schriftsteller Bodo Hell, geboren 1943 in Salz­burg, wohnhaft in Wien und am Dachstein, war 2006 "artist in residence" des abseits der gro­ßen Straßen (absconditus heißt verborgen) lie­genden Stifts. Er erhielt die Erlaubnis, in den historischen Buchbeständen zu blättern, ließ seine Gedanken schmökernd baumeln und brachte schließlich Porträts von 30 Werken zu Papier. Auch Unsereiner wird über seine klu­ge Beobachtungen staunen, geht es doch um Merians Basler Totentanz, Athanasius Kircher, Johann Jakob Scheuchzer, Abraham a Sancta Clara und manch andere, deren Bücher makabre Kunstwerke bergen.

Hell erläutert aber nicht nur Gedrucktes, er geht ausführlich auf Josef Stammeis Figurengruppe «Die vier letzten Dinge» ein und rührt so ganz en passant die Werbetrommel für das Haus und seine Schät­ze. Ein umfangreiches Personenverzeichnis macht das im Fließtext geschriebene Kompen­dium zum nützlichen Handbuch. Illustriert hat das vorliegende Werk der steirische Wahlwie­ner Norbert Trümmer mit poppig-bunten Zeich­nungen nach dekorativen Elementen des Baus.

(Totentanz aktuell. Mitteilungsblatt der Europäischen Totentanz-Vereinigung, Heft 112, August 2008)


Franz Krahberger: Die Dame mit dem Fernrohr

Vor etwa 15 Jahren begann ich mich mit der Monumentalbibliothek des Stiftes Admont zu beschaeftigen und habe etwa drei Jahre spaeter einen umfassenden Hypertext mit 175 Fotos der Bibliotheksoberflaeche und zugehoerige Texte im Internet publiziert. Die exemplarische Erfassung der Bibliothek mittels des integrativen Computers und des Hypertextformats ist zweifellos gelungen und wird auch heute noch nachgefragt und wurde von vielen fachwissenschaftlichen Instituten gewuerdigt.

Die Arbeit, in der ich mein Hauptaugenmerk auf die Systematik legte, zeigte einerseits, dass der Hypertext strukturell gesehen keine Errungenschaft unserer unmittelbaren Zeit ist und anderseits stellt sie eindrucksvoll unter Beweis, dass der Computer mit seinen integrativen, dynamischen Faehigkeiten ein geeignetes Gestaltungswerkzeug zur Erfassung komplexer Inhalte ist.

Anlass genug, mich mit der Arbeit eines Kollegen kritisch auseinander zu setzen, die heuer im Fruehjahr 2008 in der Bibliothek der Provinz erschienen ist. Admont Abscondita mit Text von Bodo Hell und Zeichnungen von Norbert Trummer erschienen ist.

Auf die Zeichnungen von Norbert Trummer muss ich nicht naeher eingehen, sind sie doch weitgehend Abbilder des bildnerischen und skulpturalen Gestaltungsrepertoires der Bibliotheksoberflaeche und der damit transportierten Allegorien und Sinnbilder, ueber deren grundlegende Bedeutung fuer die Gestaltung des Sinnzusammenhanges der Autor Hell jedoch nicht naeher referiert.
Stattdessen wird mit dem Attribut Abscondita, das Verborgene, Versteckte, Verheimlichte, dass dem Blick entzogene , wahrscheinlich in Anlehnung an Ecos Namen der Rose, im Titel eine Lesefaehrte gelegt, die so jedoch nicht eingeloest wird, und auch am Admonter Beispiel nicht einloesbar ist. Denn in dieser Bibliothek gibt es nicht Verborgenes, in den Allegorien keine verschluesselten Botschaften zu finden.
Alles ist offen lesbar, sichtbar, erkennbar und kommentierbar, alle Baende und Titel sind, abgesehen von ein paar nicht ausgezeichneten oder verstellten Exemplaren, die in einem Unternehmen derartigen Ausmasses in unerkannte Winkel verschwinden, in den diversen, sich ueber die Jahrhunderte hin entwickelnden Katalogisierungssystem bzw. in den Bestandskatalog Jakob Wichners eingetragen.

Was heute als verborgenes Wissen erscheint, ist bloss das zugehoerige Vorhandensein der allegorischen wie der kontextuellen Darstellungsweise und der daraus resultierenden Leseform. Wer den fast ueber die ganze Neuzeit hinweg geltenden Bildungs- und Bilderkanon kannte, zbsp. war die Ikonologie Cesare de Ripas jahrhundertelang bestimmend in der Gestaltung humanistischer Bildwerke, wer darin und in der in religioesen Symbolik gebildet war, dem erschlossen sich die Fresken unmittelbar als Sinnkonstrukte, als Netzwerke von Sinnzusammenhaengen.
Einer der grossen Spezialisten der Wissenschaftssystematiken der Neuzeit, Wilhelm Schmidt Biggemann, (Topica Universalis, FU Berlin), zeigte sich anlaesslich eines Fachsymposiums in Wien erstaunt darueber , wieso seine wissenschaftshistorischen Arbeiten ploetzlich das Interesse von Informatikern und Datenverwaltern fanden. Die Antwort ist einfach, sie muessen riesige Daten- und Informationsbestaende sinnfaellig organisieren, um sie erkennbar, erreichbar und lesbar zu machen und meinten in den klassischen Wissenschaftssystematiken mit ihren thematischen Verzweigungsbaeumen hilfreiches entdeckt zu haben.

Hell, der offensichtlich von dem allem nichts weiss, bzw. zumindest nicht zu erkennen gibt, dass er davon wuesste, geht in der Sichtung der Admonterbibliothek lieber mit dem hochgestrecktem Daumen vor. Zur Auswahl der Buchbeispiele: …wurden nach interessiertem Augenschein, augenblicklicher Erreichbarkeit, es wurden also nach frei flottierendem Interesse und innerem Zwang diese und jene Baende herausgezogen,…. 100e Baende also wurden im Lauf von Wochen angetippt…. Das ist Random Verfahren pur…

Es gibt allerdings kein gewisses produktives Chaos in Bestaenden, Autoren und Signaturenkatalog, wie Bodo Hell seine mangelnde Kenntnis der Bibliothek zu ueberspielen sucht. Die bestehenden Bestandskataloge, an deren diversen Aufzeichnungsschichten sich auch die Entwicklung der Sammlung ablesen laesst, reichen voellig aus, jedes verzeichnete Buch an seinem zugeordneten Platz zu finden. In dieser Bibliothek ist nicht etwas dem Zufall ueberlassen. Die absurde Maer von der unendlich, nicht erfassbaren Biblothek, wie sie bereits Borges verwendet hat, ist also bloss eine literarische Maer. Ein Sinnbild des Wissenssuchers, der in einem Ueberangebot an Buechern und Schriften sich verirrt und untergeht. Verloren im Buecherspeicher, lost in Cyberspace.
Ich bin u.a. mit Leselisten nach Admont gekommen und habe alles erwuenschte aus dem Katalog bzw. mit Hilfe des Bibliothekars erhalten, wusste aber ebenso wie Bodo Hell das sich zusaetzlich wie zufaellig ergebende zu nutzen.

Eine Digitalisierung des Bibliotheksbestandes und die damit zu erreichende Anbindung an die Erfordernisse unserer wie kuenftiger Zeit ist den Admontern fuer weitere effiziente Nutzung jedoch durchaus zu empfehlen, so sie das historisch museale Wissenspotential der Bibliothek weiterhin nutzen bzw. anbieten wollen. Leider hat man meine Anregung bereits von 15 Jahren nicht vernehmen wollen und auch die Restaurierungsphase mit der damit verbundenen Durchsicht des gesamten Bestandes ist fuer ein derartiges Projekt ungenutzt verstrichen.

Dass Hell sich nun als grosser Innovator in Angelegenheiten Admonter Bibliothek gebaerdet, ist ein starkes Stueck. Denn die meisten Vorschlaege wurden bereits vor mehr als zehn Jahren ohne sein Zutun gemacht. Anhand von praktischen Erfahrungen der vergleichbaren Herzog August Bibliothek in Wolffenbuettel konnte ein Arbeitsaufwand von 20 Mannjahren fuer eine Neukatalogisierung des Bestandes inklusive einer On-Line faehigen Digitalisierung des Kataloges veranschlagt werden. Bei einem auf vier Jahre geplanten Projekt bedarf es mindestens fuenf Fachkraefte plus des kenntnisreichen Projektleiters, die entsprechend bezahlt werden muessten. Die Maschinenlesbarkeit des gegenwaertigen handschriftlichen, zum grossen Teil in Kurrent-Schrift verfassten Kataloges ist nicht gegeben. Alles muesste haendisch in den PC in eine gut vorbereitete und spezifisch entwickelte Datenbank getippt werden. Und das von Personen, die ueber ein gewisses Fachwissen, einmal abgesehen von den bibliothekarischen Ordnungs-Kenntnissen, verfuegen muessen, um Autorennamen richtig zu erkennen und zuordnen zu koennen.
Hinzu kommt, dass der Bestand derzeit nach der alten Themenordnung, die man eigentlich aus museal historischen Gruenden nicht veraendern sollte, aufgestellt ist und nicht in zeitgemaess gewohnter serieller Anordnung dasteht. Das waere nicht das Problem, den Zuordnungen lassen sich ohnehin flexibel in der zentralen Datenbank vermerken und ordnen. Admont wird sich in einem solchen Projekt beeilen muessen, da es der profunden persoenlichen Kenntnisse des gegenwaertigen Bibliothekars bedarf, um solches Projekt sachgerecht, effektiv wie zeitsparend umsetzen zu koennen, denn er kennt sich in der Bibliothek wirklich aus.

Dass Hell mit seiner offensichtlichen Unkenntnis des Bibliotheksbestandes und des Biblotheksinhaltes mit seiner mehr oder minder willkuerlichen Auswahl trotzdem einen lesbaren Text verfassen konnte, liegt nicht etwa an der Treffsicherheit der angewandten Cut Up Methode, sondern am kompetent ueber Jahrhunderte hinweg sortierten Inhalt der Sammlung, der auch in zufaelliger Trefferform genuegend Fleisch fuer ein lesbares Kompilatorium erbringt.

Einige Seiten widmet Hell dem Wiener Bussprediger Abraham da Sancta Clara, dessen notorischer Antisemitismus allgemein bekannt ist, aus solchen Gruenden der nationalsozialistische Reichsstatthalter Baldur von Schirach nach 1938 eine Gesamtausgabe vorbeiten hat lassen. Nicht erwaehnt hat Hell, dass Sancta Clara ein Jahrzehnt ab 1970 vom ORF TV als abendlicher Bussprediger, gegeben vom Burgschauspieler Romuald Pekny, eingesetzt worden ist. Schmecks Wien, schmecks die Welt.
Antisemitische Literatur war in der katholisch theologischen Welt keine Ausnahmeerscheinung. Der rabiate Antisemitismus und die Wendung der Kirche gegen die emanzipatorische Aufklaerung im 19. Jahrhundert bereitete den geistlichen Boden fuer die Katastrophe des Holocaust.
Erst Johannes Paul II. gab oeffentlich an der Klagemauer in Jerusalem ein Entschuldigung fuer die jahrhunderte alte Verfolgung der Juden, die an ihrer Religion und Identitaet festgehalten haben, ab. Sein Nachfolger hat sich auch noch fuer andere Dinge zu entschuldigen. Das wird man auch in Admont zur Kenntnis nehmen muessen.

Ebensowenig hinterfragt hat Bodo Hell, warum die 24 grossformatigen Baende der Encyclopedie von Denis Diderot und von d'Alembert, erschienen 1758 und wahrscheinlich bereits von Abt Matthaeus Ofner angekauft, erst jetzt auf Initiative des ganz ausgezeichneten Bibliothekars Johann Tomaschek in rosa Schafleder gebunden und im Saal aufgestellt worden ist.
Man hat schlicht und einfach 250 Jahre lang den Bibliotheksbesuchern den Anblick des vermeintlichen Teufelswerk der Aufklaerung nicht zugetraut. Heute, nachdem der Index der verbotenen Buecher in der 2. Haelfte des 20. Jahrhunderts endlich aufgehoben worden ist, zaehlt die Encyclopedie zu den wertvollen Bestaenden der Sammlung, so sie nicht irgendwelche rabiate Fundamentalisten der Zukunft wiederum aus dem Regal werfen.

Zur aktuellen Kreationismusdebatte zitiert Hell einen amerikanischen Theologen, John A. O'Brian Gott lebt, Beweise fuer die Existenz Gottes. Dieser schwellende Konflikt laesst sich aber viel besser an Hand der Naturhistorischen Sammlung abhandeln und deren Gruender Pater Strobl, dem Hell ohnehin fuenf Seiten widmet. Bereits Pater Strobl hat den Menschen ganz im Darwinischen Sinne der Klasse der Saeugetiere zugeordnet. Strobl war ein fuer seine Zeit modern denkender Naturwissenschafter. Als Priester hingegen musste er dem Glaubensdogma des goettlichen Kreationismus folgen. Es mag durchaus sein, dass Pater Gabriel in Folge der Unloesbarkeit dieser Doppelbindung sein letztes Lebensjahrzehnt paralysiert im Rollstuhl sitzend zubringen musste.
1910 verpflichtete Pius X alle Geistlichen und Ordensoberen mittels des Antimodernismuseides, der seinen Ursprung im paepstlichen Syllabus Errorum aus dem Jahre 1864 hat, strikt an den Dogmen und an den Aussagen der Heiligen Schrift festzuhalten und damit waren alle Vorstellungen der Aufklaerung und der modernen Naturwissenschaften nicht allein in Frage, sondern vielmehr in Abrede gestellt. Der Bruch dieses Eides wurde strikt mit Exkommunikation geahndet

Die Admonter naturwissenschaftliche Schule hatte im 19. Jahrhundert andererseits einen guten Ruf und ausgezeichnete Verbindungen. So hielt sich Sir Humphry Davy, 1820 - 1827 President der Royal British Society, mehrere Wochen als Gast Abt Kugelmayrs in Admont auf.

Nachdenklich stimmt , dass die Naturwissenschaftliche Sammlung des offensichtlichen Darwinisten Pater Strobls mit dem Tod Strobls eigentlich abgeschlossen ist. Man war an einem Wendepunkt angelangt. Evolution oder goettlicher Schoepfungsakt (Kreationismus), das war hier die Frage. Die Loesung war pragmatisch. Die wissenschaftliche Forschung wurde eingestellt, die Stelle nicht kompetent nachbesetzt und das Museum in den Publikumsbereich eingegliedert, denn es war kaum anzunehmen, dass in den zwanzig Minuten Verweilzeit Fragen auf Messers Schneide gestellt worden waeren. Und wenn ja, hatte man sicher einen alten Klosterschmaeh parat. Strobls Katalog aus dem Jahr 1906 war laengst aus dem oeffentlichen Verkehr gezogen. Bloss das Portrait Darwins, das in der Sammlung nicht uebersehen werden kann, verraet noch Strobls Bekenntnis.

In den 60er Jahren bis weit ueber die 80er Jahre vorigen Jahrhunderts hinaus wurde die Leitung der Admonter Sammlung Gastwissenschaftern aus der Deutschen Demokratischen Republik aus nicht naeher erkenntlichen Gruenden uebertragen. Ueber Strobl hinausgehende Forschungsergebnisse sind jedoch auch in diesem Fall nicht zu erkennen. Die Wege des Herren sind unergruendlich…

Und weil solche und noch viele andere ungeloeste bzw. widerspruechliche Fragen die katholische Kirche und damit das Klosterleben im innersten Kern beruehren, setzt man, wie dies besonders im heutigen Admont mit seinem neuen Museumskonzept ersichtlich wird, auf Oberflaechenpolitur mit Mitteln wenig sagender postmoderner Kunst.

Abt Matthaeus selbst hat bereits mit seiner Bibliothek den Weg gewiesen. Setzt man den sichtbaren Raum spektakulaer genug, im Umsetzung des von den Jesuiten entwickelte barocken Konzept der Visualisierung der Gegenreformation, braucht man ueber die darin verwahrte Information nicht mehr zu reden.
Der oberflaechliche Augenschein macht so satt, dass man sich um die Sinnfragen gar nicht mehr zu kuemmern braucht.

Dass Bodo Hell diverse Greuel und Foltermethoden peinlicher Befragungen anhand einer Schrift ueber die Exzesse der Elisabeth I. von England abhandelt, koennte man als einen katholischen Kniff ansehen, alle Grausamkeit dem Gegner anzulasten. Tatsaechlich sind die Anordnungen in der peinlichen Gerichtsordnung des Gegenreformators Karl V. , die bis in Maria Theresianische Zeiten nachgehalten hatten, um nichts humaner und ebenso hochnotpeinlich wie grausam gewesen.

Hell beschreibt auch das Freskenfeld der Irrlehrer im Hauptfresko der Anlage, der Goettlichen Weisheit . Obwohl Hell bei Beschreibung der Vorzeigedamen, den Sibyllen, in naechstliegendem Kontext die Kopfbedeckungen bzw. die Haartracht akribisch beschreibt, laesst im Fall der Irrlehrer seine Wahrnehmung aus. Einer der Verdammten traegt die Muetze eines hebraeischen Hohepriesters und ein anderer zweifelsfrei einen Turban. Ich will damit keineswegs den Blick auf brisante Darstellungsprobleme der Gegenwart richten, aber Faktum ist, dass die Tuerkenkriege erst mehr als ein Jahrzehnt nach Fertigstellung des Admonter Freskos zu Ende gegangen sind. Der Antisemitismus der katholischen Kirche war ohnehin, wie bereits oben erwaehnt, zeitlos notorisch.

Wer ist nun die Dame mit dem Fernrohr? Es ist das Sinnbild der Astronomia, die da noch aus ihrem terrazentrischen Weltbild nach den Sternen guckt. 150 Jahre vor der Erstellung des Freskos wurde Galileo Galilei von der roemischen Inquisition untersagt, die Wahrheit, dass im Zentrum des Planetensystems die Sonne sitze, zu verbreiten. 1979 beauftragte Johannes Paul II. die paepstliche Akademie der Wissenschaften, den Fall neu zu erarbeiten und im November 1992 wird Galilei endlich rehabilitiert, 13 Jahre nachdem der erste Mensch seinen Fuss auf den Mond gesetzt hat.
Im Admonter Skulpturenwerk werden bloss 4 Kontinente gezeigt. Australien wird erst 1788 entdeckt. Was sagt uns das? Klosterbibliotheken bergen keine Geheimnisse, sondern auch die Irrtuemer und Abwege der allein selig machenden katholischen Kirche und sie zeigen ueber die Jahrhunderte hinweg die weissen Flecken der Wissenschaften. Da, wo man noch nicht gewusst hat, wird man vergeblich nach Aufzeichnungen suchen. Andererseits, verloren gegangenes Wissen muss man wieder erarbeiten, und nicht darueber phantasieren, wie es esoterische Kreise so gerne tun.
Nun bleibt noch zu hoffen, dass dieses ueber den Tipp- Daumen geschriebene Buch, bzw. dieser mit einem nicht ausreichendem Sehrohr recherchierte Text nicht zum laengstdienenden Ladenhueter des Admonter Museumsshops wird. Made for Admont.

(Franz Krahberger, Rezension im Electronic Journal Literatur Primär, [?])


http://www.ejournal.at/Kritik/admonitio.html