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Kurzbeschreibung

[Mit Textauszügen der Erzählung „Abdias“ von Adalbert Stifter]
[Hrsg. vom Institut Hartheim. Idee, Gestaltung, Text- u. Bildzsstellung Richard Pils]


Davon wissend, dass es in geistig behinderten Menschen ebenso wie in nichtbehinderten Menschen Talente zu entdecken und zu entwickeln gibt, wird im Institut Hartheim, einer etablierten Behinderteneinrichtung in Oberösterreich, seit Jahren großer Wert auf die Entfaltung kreativer Fähigkeiten gelegt.

Die Bildauswahl dieses Buches bemüht sich in spezieller Weise darum, nicht wie bei früheren Publikationen über Bildwerke geistig behinderter Menschen einem stark psychologisch orientierten Auswahlprinzip zu folgen – also Botschaften einer Krankheit aufzuspüren, sondern diese Werke als Kunstereignis zu betrachten und sich mit ihnen in diesem Sinne auseinander zu setzen. Nicht ein interessiertes Sich-Hinneigen (von oben) zu auffälligen Abnormitäten liegt hier vor, sondern ein Bemühen um das Erkennen individueller Stärken auf der Basis der Offenheit für das Besondere.


Rezensionen
Medizin Online Service: Das Institut Hartheim

Schloß Hartheim im Mühlviertel ist mit 330 Betreuten, wovon 260 im Haus leben, heute eine der größten Behinderteneinrichtungen in Oberösterreich und geht mit einer speziellen Förderung der Kreativität neue Wege in der Betreuung.

Doch es war nicht immer so. In der NS-Zeit wurden die Vorzeichen im 1898 gegründeten Landeswohltätigkeitsverein, der in den 30er-Jahren rund 180 Personen betreute, umgedreht. Damals wurden Behinderte, Demente, physisch Kranke, die der in den KZs abverlangten Arbeit nicht mehr gewachsen waren, nach Hartheim gebracht, wo es Gaskammern und ein Krematorium gab. Die Bilanz: mehr als 30000 Tote.

So mag der bunte Bildband, der Zeichungen der heute in Hartheim Lebenden und Textpassagen von Adalbert Stifters „Abdias“ enthält, ein Zeichen der Versöhnung des Herausgebers, Richard Pils, sein. Er bemerkt: „Am aufregendsten, elementarsten empfand ich stets die Bildwerke von Kindern mit einer ganz ‚eigenen‘ Besonderheit. Da aber diese Bildwerke allgemein eher als ‚Vor-Bilder‘, ‚Vorstadien‘, als kindlich unvollkommen und dergleichen hingestellt werden, war es mein Bedürfnis, ihnen ein würdiges Buch zu widmen.“

Schlussbemerkung: Dies ist ihm gelungen.

(Rezension für das Medizin Online Service, 15.5.2002)